Veränderung, Ängste, Traumata – Wie Tiere Kinder unterstützen.

Foto Veränderung, Ängste, Traumata – Wie Tiere Kinder unterstützen.

Wenn Eltern oder Erwachsene bemerken, dass Kinder unglücklich sind oder in bestimmten Lebenslagen Auffälligkeiten zeigen, stehen sie oft vor der Frage, was zu tun ist. Veränderungen, Ängste oder Traumata äußern sich von Kind zu Kind unterschiedlich.

Was an einem Kind spurlos vorübergeht, belastet ein anderes Kind schwer. Wichtig ist, dass Eltern und Erwachsene nicht wegschauen und Kinder bei Bedarf mit den richtigen Methoden unterstützen. Ein Zugang, der sich in der psychosozialen Arbeit mit Kindern bewährt hat, ist die tiergestützte Beratung.

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Kinder und Veränderungen.

Die Scheidung der Eltern. Der Umzug in eine neue Stadt. Der Verlust der Großeltern. Wie alle Menschen werden auch Kinder mit Veränderungen konfrontiert. Manche Kinder haben allerdings Schwierigkeiten mit neuen Lebensumständen umzugehen. Das kann etwa daran liegen, dass Erlebnisse aufgrund des noch jungen Alters neu sind, dass sie Sorgen und Bedenken schwer benennen können oder dass sie zu wenig in Veränderungsprozesse miteinbezogen werden. Entscheidungen zu treffen ist Aufgabe der Eltern, genauso wie es ihre Aufgabe ist mit Kindern darüber zu sprechen, ihre Sichtweise zu berücksichtigen und ihre Fragen zu beantworten. Alle Eltern machen Fehler oder anders ausgedrückt, keiner kann alles richtig machen. Aber gerade in Phasen des Wandels ist es wichtig, Kinder aktiv einzubinden. Das bedeutet, ihnen die Wahrheit zu sagen, ihnen aktiv zuzuhören und ihnen Raum für Sorgen und Ängste zu bieten. Wer Kinder abschirmt oder sich denkt, dass Kinder Diskussionen, Konflikte und Spannungen nicht wahrnehmen, der irrt. In Phasen der Veränderung können Tiere wichtige Begleiter für Kinder sein. Sie geben Stabilität, können den Fokus für einen Moment weg von möglichen Sorgen bewegen und stärken den Selbstwert der Kinder. Nicht jede*r kann ein eigenes Haustier halten. Kinder können aber beispielsweise auch im Rahmen einer tiergestützten Beratung mit flauschigen Fellnasen durch Veränderungsprozesse begleitet werden.

Kinder und Ängste.

Tiergestützte Beratung eignet sich nicht nur in Phasen des Wandels, sondern auch, wenn Kinder unter Ängsten leiden. Angst vor der Schule. Angst vor der Dunkelheit. Angst vor dem Alleinsein. Es gibt unzählige Beispiele für Ängste, die bei Kindern auftreten können. Wichtig ist, dass Eltern und/oder Erwachsene nicht wegschauen und Ängste wahrnehmen. Denn ansonsten können sich Ängste verschlimmern und zu verschiedenen Konsequenzen, wie Lernschwierigkeiten, sozialen Auffälligkeiten oder mangelnder Lebensfreude von Kindern, führen. Nicht immer sind die Ursachen von Kinderängsten bekannt. Kein Wunder, denn es gibt ein ganzes Spektrum an möglichen Auslösern, von Urängsten bis hin zu Ängsten entstanden aus [traumatischen Erlebnissen]((https://www.ifge.at/tags/trauma/). Im Beisein von Tieren fällt es Kindern häufig leichter Gedanken zu benennen und über Sorgen zu sprechen. So gelingt es in der tiergestützten Beratung Ursachen für Ängste zu identifizieren und in weiterer Folge Lösungswege zu erarbeiten.

Kinder und Traumata.

Nicht immer bleibt es Menschen erspart, dass sie bereits in jungen Lebensjahren traumatische Ereignisse erfahren. Ein Sturz in den Pool bevor man gelernt hat zu schwimmen. Ein Krankenhausaufenthalt nach einem Autounfall. Der Umzug von den leiblichen Eltern in eine Pflegefamilie. Diese und viele weitere Szenarien müssen nicht zwangsläufig, können aber zu Traumata führen. Da nicht aufgearbeitete Traumata Kinder in ihrer Entwicklung und Entfaltung maßgeblich beeinflussen können, müssen wir genau hinschauen und rechtzeitig handeln. Der Umgang und Kontakt mit Tieren, etwa im Rahmen der tiergestützten Beratung, bietet einen entspannten und Kindern angemessenen Zugang an bestimmten Themen zu arbeiten.

Selbstwert und Stabilität: Tiere tun gut.

Beim Streicheln einer Katze, beim Führen eines Hundes oder beim Füttern eines Kaninchens strahlen Kinderaugen. Die Kinder freuen sich und sind stolz, dass sich die Tiere in ihrer Gegenwart wohlfühlen. Das stärkt wiederum den Selbstwert der Kinder, was für ein zufriedenes und glückliches Aufwachsen wesentlich ist. Der Alltag mit einem Haustier bietet Kindern außerdem Stabilität, denn der Hund muss ausreichend Gassi gehen, die Katze braucht täglich Futter und der Käfig der Meerschweinchen muss regelmäßig ausgemistet werden. In dieser Routine liegt für Kinder auch die Möglichkeit die Übernahme von Verantwortung zu lernen. Eltern sind gefordert, den Kindern zu vermitteln, dass es sich um Lebewesen mit Bedürfnissen und Gefühlen handelt. Hier braucht es auch ein gewisses Maß an Konsequenz. Denn, wenn aus dem Welpen ein Hund oder aus dem Kätzchen ein Kater wird, dann wandert die Pflege häufig von den Kindern zu den Eltern.

Tiergestützte Beratung: Potenziale.

Tiere bereiten Freude, sie legen Achtsamkeit und Aufmerksamkeit auf den aktuellen Moment und sie tragen nachweislich zur Entspannung von Menschen bei. Genau darin liegt das Potenzial der tiergestützten Beratung. Nicht für alle Klient*innen in der psychosozialen Beratung eignet sich das klassische Face-to-Face-Setting, bei dem sie Lebens- und Sozialberater*innen gegenübersitzen. Bei manchen Menschen löst diese Situation Unbehagen, Anspannung und Nervosität aus. Wenn sich dann eine Katze um die Beine schmiegt und am Schoß Platz nimmt um gestreichelt zu werden oder das Beratungssetting bei einem Spaziergang mit einem Hund nach draußen verlegt wird, können manche Menschen besser entspannen, kommunizieren und so gezielter an ihren Themen arbeiten.

Ausbildung: Tiergestützte Beratung.

Wer mehr über die Methoden und Möglichkeiten der tiergestützten Beratung erfahren möchte, kann sich über unseren Lehrgang informieren. Wichtig zu sagen ist, dass wir im Kurs Menschen und nicht Tiere ausbilden. Tiere können bereichern und unterstützen, aber die Verantwortung bleibt bei uns als Lebens- und Sozialberater*innen. Damit Klient*innen von der tiergestützten Beratung profitieren, aber auch die Tiere Freude an ihrer Rolle als „Co-Coaches“ haben, braucht es Wissen. Wissen zu den richtigen Methoden, deren Anwendung und möglichen Settings. Das alles steht im Zentrum des Lehrgangs.

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